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Ausgewählte Artikel  über die Musik von Frido Frohsing

Mea culpa - Ich bereue nichts
"Mea culpa – Ich bereue nichts"
Warum dieser neue Song das religiöse System ins Mark trifft
Frido Frohsing (01.04.2026)

„Ich bereue nichts“ – dies ist kein Freibrief – sondern die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Erleben zu übernehmen.

Was heißt das?
Ich bereue nicht, ein Verlangen in mir zu spüren.
Ich bereue nicht, dass ich diesem Verlangen nachgebe - solange ich dabei die Würde und Freiheit des anderen wahre.
Ich bereue nicht, dass ich dieses Verlangen mit einer anderen Person einvernehmlich teile.
Ich bereue nicht, auch wenn Gedanken der alten Ordnung, der moralischen Tradition in mir hochkommen und mich an mir zweifeln lassen.

Was, wenn nicht die Sünde das eigentliche Problem ist –
sondern der Umgang mit ihr?

Die Ordnung hinter der Schuld
Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, wie wir als Menschen mit Sünde und Schuld umgehen. Religiöse Systeme geben darauf eine klare Antwort: Es gibt immer ein Richtig und ein Falsch. Man spricht vom „sündigen Menschen“ vor Gott.

Und es gibt Wege, das Falsche wieder in Ordnung zu bringen: Bekennen, bereuen, Vergebung erfahren. Das hat etwas Beruhigendes und Entlastendes. Denn die verletzte Ordnung wird wiederhergestellt. Und ich kann mich trotz meines Fehlverhaltens wieder akzeptieren.

Doch gleichzeitig habe ich mich gefragt: Was passiert, wenn genau diese Ordnung beginnt, sich gegen uns selbst zu richten? Wenn sie dazu beiträgt, dass wir uns innerlich fremd werden?

Ein Mönch – und ein Moment, der sich nicht mehr einordnen lässt
Der Mönch in meinem Song ist kein Rebell. Er kämpft nicht gegen etwas.
Er gerät in eine Erfahrung, die sich nicht mehr einordnen lässt. Der Wein steht dabei für etwas sehr Grundlegendes: für Sinnlichkeit, für Spüren, für unmittelbares Erleben.

Mich hat interessiert, was geschieht, wenn ein Mensch in so einem Moment nicht sofort bewertet und bewertet wird, sondern dableiben kann mit seinen Empfindungen.

Wenn sich etwas verwandelt
Eine Zeile der Songs lässt mich nicht mehr los: „Aus Schuld wird Glut“. Oft habe ich erlebt, dass genau dort, wo wir etwas vermeiden oder unterdrücken, eine Energie liegt, die uns eigentlich in Bewegung bringt.

Wenn allerdings die Würde eines anderen Menschen verletzt und wenn Grenzen überschritten werden, dann hat die Freiheit ein Ende. Da gibt es nichts zu verklären – und nichts zu rechtfertigen.

Der Raum, den dieser Song öffnet, ist kein Raum der Beliebigkeit. Er ist ein Raum der Bewusstheit. Ich bereue nichts – ist kein Freibrief. Es ist die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Erleben zu übernehmen. Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Nicht die Sünde ist gefährlich - sondern ein Mensch, der Verantwortung vermeidet und sich dahinter versteckt.

Fazit
Als ich „Mea culpa – Ich bereue nichts“ geschrieben habe, ging es mir nicht darum, zu provozieren. Und doch merke ich: Genau das tut dieser Song.

Nicht, weil er laut ist. Sondern weil er etwas ausspricht, das viele spüren – aber selten zu Ende denken.

 „Mea culpa – Ich bereue nichts“ ist für mich kein Lied über Grenzüberschreitung. Es ist ein Lied über Begegnung. Mit mir selbst und mit anderen.

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